Citrix Receiver: Hilfe bei Problemen im Multi-Monitor-Betrieb

In diesem Artikel nehmen wir uns diverser Probleme an, die bei der Verwendung des Multi-Monitor-Features des Citrix Receivers auftauchen können. Ob flackernde Screens oder zu gering konfigurierter Grafikspeicher, wir haben die populärsten Lösungen für euch zusammengetragen.
Inhaltsverzeichnis:
 Voraussetzungen für den Multi-Monitor-Betrieb.
 Korrupte Darstellung bei 4k-Monitoren (XenDesktop 7.5 und XenDesktop 7.6)
 Keine 5k-Monitore.
 Korrupte Darstellung auf dem linken Monitor bei Zwei-Monitor-Setup:
 Multi-Monitor-Betrieb mit Chrome Browser-App.
Mit dem Citrix Receiver lassen sich bis zu acht Monitore verwenden, die unterschiedlich ausgerichtet und unterschiedliche Auflösungen haben können. Dabei ergeben sich zwei Nutzungsarten:
Vollbildmodus: Mehrere Monitore werden in der Sitzung verwendet, die Anwendungen werden wie am lokalen Desktop an die Monitore angedockt. Das Viewer-Fenster lässt sich über jede rechteckige Untergruppe von Monitoren anzeigen, indem man es über die jeweiligen Monitorbereiche hinausschiebt und die Schaltfläche Maximieren anklickt.

Fenstermodus: Das Viewer-Fenster wird nicht an einzelne Monitore angedockt.

Citrix Logo Copyright bei Citrix Systems, Inc.

Es können mehrere Desktops auf einem Gerät angezeigt werden, insofern die Anordnung der Monitore ein Rechteck ergibt. Wird der primäre Monitor des Gerätes von der XenDesktop-Session verwendet, ist er auch der primäre Monitor in der Session. Ansonsten ist der zahlenmäßig niedrigste Monitor in der Sitzung der primäre Monitor.

Voraussetzungen für den Multi-Monitor-Betrieb

  • Das Gerät muss bereits für den Betrieb mehrerer Monitore eingerichtet sein.
  • Das Betriebssystem auf dem Gerät muss jeden Monitor erkennen.

Ist dies geschehen, muss unter Umständen für XenDesktop das Grafikspeicherlimit mit der Citrix „Maschinenrichtlinieneinstellung Anzeigenspeicherlimit“ konfiguriert werden.
Für XenApp gilt es abhängig von der installierten XenApp-Serverversion ebenfalls das Grafikspeicherlimit mit der Citrix „Maschinenrichtlinieneinstellung Anzeigenspeicherlimit“ zu konfigurieren und/oder in der Citrix Verwaltungskonsole für den XenApp-Server die Farm ausgewählt werden um den maximalen Grafikspeicher pro Sitzung festzulegen. Diese Einstellung findet man unter „Servereigenschaften -> Alle Eigenschaften ändern -> Serverstandard -> HDX Broadcast -> Anzeige“ oder alternativ unter „Servereigenschaften > Alle Eigenschaften ändern > Serverstandard > ICA > Anzeige“.
Die dortige Einstellung in Kilobytes muss hoch genug sein, damit genügend Grafikspeicher zur Verfügung gestellt wird. Ist sie zu niedrig, wird die Darstellung auf einen Teilbereich der Monitore beschränkt.
In den meisten Fällen sollten die Standard-Einstellungen für einen reibungslosen Betrieb ausreichen, doch bei komplizierteren Konfigurationen oder in Multi-Monitor-ICA-Sessions kommt man nicht um die Berechnung des nötigen Grafikspeichers herum. Dessen Default-Wert beträgt 5120KB und kann in der Access Management Console (AMC) auf bis zu 8192 KB erhöht werden. In der Praxis kann der Wert des benötigten Grafikspeichers den in der AMC konfigurierten übersteigen. Wenn dies passiert, reduziert sich entweder die Auflösung oder die Farbtiefe automatisch.
Die Formel zur Berechnung des nötigen Grafikspeichers ist recht simpel und sieht folgendermaßen aus:
X*Y*Z=M
X=Breite der ICA-Session in Pixel
Y=Höhe der ICA-Session in Pixel
Z=Farbtiefe der ICA-Session (1-8Bit, 2-16 Bit, 3-24 Bit, 4-32 Bit)
M=Benötigter Grafikspeicher
Beispiel: Eine Session mit einer Auflösung von 1024 x 768 Pixel bei einer Farbtiefe von 24 Bit, M=1024*768*3=2.359.296 Bytes.
Die Neujustierung des Grafikspeichers wirkt sich auf die Skalierbarkeit der Server aus. Potenziell kann jede Session sogar mehr Speicher benötigen, als in der AMC konfigurierbar. Dafür sind Eingriffe in der Registry nötig, wie in diesem Artikel im Detail dargestellt: Citrix Session Graphics Memory Reference
In diesem Artikel wird ebenfalls beschrieben wie man größere Setups mit beispielsweise vier ungewöhnlich angeordneten Monitoren berechnet.

Korrupte Darstellung bei 4k-Monitoren (XenDesktop 7.5 und XenDesktop 7.6)

Bei einer Verbindung von Windows 7 oder Windows 8.1 Standard XenDesktop Virtual Delivery Agents zu einem Client mit einem oder mehreren 4k-Monitoren kann es zu einem leeren oder zerstörten Screen kommen. In diesem Fall kontrollieren wir die Größe des Grafikspeichers in der Systemsteuerung unter Anzeige -> Erweiterte Einstellungen des Citrix Display-Treibers.
Die Formel zur Berechnung des benötigten Grafikspeichers zum Betrieb eines 4k-Monitors sieht folgendermaßen aus:
Breite*Höhe*4*X
X=1 wenn VDA Windows 7 mit Aero OFF ist
X=2 wenn VDA Windows 7 mit Aero ON ist
X=3 wenn VDA Windows 8/8.1/10 ist
Zur Visualisierung des benötigten Grafikspeichers und Erhöhung für eine spezifische Umgebung lädt man den „Sysinternals Process Explorer“ von Microsoft herunter und betrachtet den Graphen „GPU Dedicated Memory“ während einer aktiven Citrix-Verbindung.

In der Registry unter HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\services\vd3d tragen wir bei „MaxVideoMemoryBytes” den errechneten Wert ein und rebooten den VDA.
Hinweis: Der „MaxVideoMemoryBytes” sollte nur bei Verwendung des Citrix Systems – WDDM Display-Treibers verändert werden. Der Citrix Display Only Adapter nutzt diesen Key nicht, er ordnet sich den benötigten Speicher automatisch zu.
Ursache des Problems: Im VDA ordnet sich der Citrix WDDM-Treiber beim Booten automatisch 64MB Grafikspeicher zu, was für eine 4k-Auflösung zu wenig ist.

Keine 5k-Monitore

Augenblicklich unterstützt weder der Std-VDA für XenDesktop noch der RDS-VDA für XenApp eine Auflösung höher als 4096 Pixel in Breite oder Höhe.

Korrupte Darstellung auf dem linken Monitor bei Zwei-Monitor-Setup:

Unter Umständen können bestimmte Anwendungen beim Betrieb mit zwei Monitoren auf dem Linken Monitor fehlerhaft dargestellt werden, wenn man den Desktop auf beiden Monitoren im Fullscreen-Modus betreibt. Genau beschrieben handelt es sich um einen auftretenden Blur-Effekt beim Bewegen von Fenstern und eventuell auf dem Screen zurückbleibende Artefakte. Meist tritt dieser Effekt bei Office 2013-Anwendungen auf.
Ist der linke Monitor der primäre und wurde der Desktop nach rechts erweitert, tritt dieser Fehler nicht auf. Ist hingegen der rechte Monitor der primäre und wurde der Desktop nach links erweitert, schon. Laut Citrix betrifft er nur ICA-Sessions, keine RDP.
Damit dieser Fehler zutage tritt müssen gleich mehrere Bedingungen erfüllt sein:

  1. Windows 7 oder Windows Server 2008
  2. Die Patches KB4034664 und/oder KB4034679 sind vollständig installiert
  3. Der angemeldete User ist kein lokaler Administrator, aber ein User mit limitierten Rechten oder ein Domain-User
  4. Multimonitor-Setup
  5. Die Monitore sind so konfiguriert, dass Teile der Screens negative Positionen einnehmen. Dies ist der Fall, wenn der sekundäre Monitor links vom primären steht oder ein Monitor eine höhere Oberkante hat als der primäre.
  6. Das Fenster einer Anwendung ist so positioniert, dass es über den Darstellungsbereich des Monitors mit negativen Koordinaten hinausreicht.
  7. Das Fenster der Anwendung benutzt die Windows API Funktion „StretchDIBits“ (oder eine Variante davon).

Dieses Problem wird durch einen Windows Sicherheits-Patch von August 2017 verursacht. Microsoft hat den Fehler inzwischen lokalisiert und es genügt den Patch KB4039884 zu installieren um ihn zu beheben.

Multimonitor-Betrieb mit Chrome Browser-App

Seit der Version 2.3, welche im März 2017 veröffentlicht wurde, unterstützt auch der Citrix Receiver für den Chrome Browser einen Multi-Monitor-Betrieb. Die Multi-Monitor-Unterstützungsfunktion ermöglicht Nutzern die Arbeit mit mehreren veröffentlichten Anwendungssitzungen oder Desktop-Sitzungen oder einer Mischung aus Anwendungs- und Desktop-Sitzungen, die über Citrix XenApp, Citrix XenDesktop bereitgestellt werden.
Die Multi-Monitor-Unterstützung in Chrome ist per Default aktiviert, erfordert also kein Zutun des Users. Administratoren von XenApp 6.5 sollten die „shadowing policy“ in den Citrix Computer Policies ausschalten. Diese findet sich im Citrix App Center mit Xen App Farm unter Policies -> Citrix Computer Policies. Darüber hinaus sollte der “Unified Desktop Mode” auf dem Chrome-Gerät eingeschaltet sein. Bei Fragen dazu empfiehlt sich das Studium dieser ausführlichen Dokumentation von Citrix: http://docs.citrix.com/en-us/receiver/chrome/2-3/configuring.html
Citrix empfiehlt für die beste Erfahrung Desktop-Sessions im Fullscreen-Mode zu betreiben, Application-Sessions laufen per Default im Fullscreen.
Application-Sessions: Mit einem Klick auf „Maximieren“ füllt die jeweilige App den ganzen Bildschirm des jeweiligen Monitors aus. Zwei verschiedene Apps können so bildfüllend auf zwei Monitoren dargestellt werden.
Desktop-Sessions: Diese starten grundsätzlich im primären Monitor, merken sich nach dem Beenden aber ihre Position und starten so beim nächsten Mal wieder. Man kann die komplette Desktop-Session auf beide Monitore vergrößern und darin laufende Apps lassen sich im Fullscreen auf dem jeweiligen Monitor oder über beide Monitore hinweg darstellen. Beendet man eine Desktop-Session im Fullscreen, startet sie das nächste Mal auch wieder so.
Der Citrix Receiver für Chrome erlaubt auch die Darstellung von Desktop- und Application-Sessions auf zwei Monitoren gleichzeitig. Dabei startet die Desktop Session grundsätzlich im primären Monitor und auf dem sekundären Monitor lässt sich im Fullscreen die Application-Session darstellen.
Verschiedene Auflösungen der Monitore stellen kein Problem für den Receiver in Chrome dar, allerdings empfiehlt Citrix diese nicht während einer Session zu verändern.
Bei Bedarf lässt sich die Multi-Monitor-Unterstützung des Citric Receivers für Chrome Browser auch deaktivieren. Dazu genügt es in die Settings zu gehen und unter „Allgemein“ (General) der Option „Verwenden Sie alle Monitore für die Anzeige“ das Häkchen wegzunehmen.

Der Citrix Receiver für Chrome läuft dann nur noch im primären Monitor.

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