Provectus Team
Juni 2026
Autor des Beitrags
Selina
Marketing & Communications Manager
Veröffentlicht am
17.06.2026 von Selina
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25 Jahre Provectus: Eine Reise, die im Biergarten begann

 

Ein Vierteljahrhundert ist es nun her, dass Christian Jupe und Josef Lang die Provectus Technologies GmbH gründeten. Wenn die beiden 25 Jahre Provectus Revue passieren lassen, sprechen sie nicht zuerst von Umsätzen, Strategien oder Technologien. Sie beschreiben eine Reise. Eine mit Umwegen, Etappen, steilen Anstiegen, gelegentlichen Durststrecken und ziemlich vielen Geschichten, die irgendwo zwischen IT-Beratung, Biergartenkultur und Zukunftsvision beginnen. 

Wenn ihr heute auf 25 Jahre Provectus blickt: Welches Bild kommt euch als Erstes in den Sinn? 

 

Christian: Für mich ist es eine große Reise. Ich denke da oft an Bergsteigen und das beginnt immer mit einem großen Ziel. Du fängst irgendwo an, bereitest Dich bestmöglicvorgehst los und unterwegs verändert sich der Weg und die Situation ständig. Genau so fühlt sich Provectus für mich an. 

Josef: Ich hätte damals nie gedacht, dass wir irgendwann auf 25 Jahre Provectus zurückblicken. Die ersten Jahre sind wir eher im Flachen gewandert, haben geforscht, ausprobiert und entdeckt. Irgendwann kam dann der Punkt, an dem wir gesagt haben: Jetzt wollen wir auch in die Berge. 

Bevor Provectus zu dem Unternehmen wurde, das es heute ist, gab es zwei junge ITler, die in der Münchner Medienwelt landeten. Das Deutsche Sportfernsehen wurde zum ersten gemeinsamen Kapitel für Josef und Christian. Dort trafen die beiden Mitte der 90er-Jahre aufeinander. 

 

Nehmt uns noch einmal mit zurück an den Anfang: Wo habt ihr euch kennengelernt? 

 

Christian: Ich kam damals aus einem kleinen IT-Umfeld nach München und wollte größere Systeme und Kunden kennenlernen. An meinem ersten Arbeitstag stellte sich heraus, dass der Administrator, der mich eigentlich einarbeiten sollte, schon weg war. Dabei hatte ich von drei Vierteln der Tätigkeiten keine Ahnung. In diesem Team habe ich Josef kennengelernt. Der war immer schon ein cooler Hund und hat damals gesagt: „Alles easy, mach dir keine Gedanken. Datenbanken kenne ich, Unix ist sowieso mein Steckenpferd, das kriegen wir hin.“ 

Josef: Ich hatte gerade Informatik in Regensburg studiert und bin durch Zufall in der Medienbranche gelandet. Ich arbeitete damals in der Softwareentwicklung beim Deutschen Sportfernsehen. Christian hatte die Verantwortung für die Infrastruktur übernommen. Ich habe schnell gemerkt: Das passt. Er war jemand, der Dinge einfach angepackt hat und die Lösungen gebaut hat, die für mich in der Softwareentwicklung wichtig waren. Wir haben beide relativ schnell gesagt: „Lass uns Sachen miteinander machenWir funktionieren gut als Team! 

 

Christian Jupe in den Anfängen von Provectus

Christian im ersten eigenen Büro. 

Die eigentliche Gründungsidee entstand nicht in einem Meetingraum, sondern, wie könnte es in München anders sein, im Aumeister Biergarten. Dort, wo sich damals die Medienlandschaft im Münchner Norden traf, saßen Christian und Josef zusammen, klagten sich gegenseitig ihr Leid und stellten sich eine Frage, die vieles verändern sollte: Wie müsste ein Arbeitgeber aussehen, für den wir wirklich gerne arbeiten würden? 

 

Wie entstand die Idee, Provectus zu gründen? 

 

Josef: Wir kamen später in unseren Karrieren beide irgendwann an einen Punkt, an dem wir gemerkt haben: So, wie Arbeit in damaligen ITUmfeldern funktionierte, machte sie uns keinen Spaß. Da gab es viel Gegeneinander, viel Politik, wenig echtes Miteinander. Irgendwann haben wir uns angeschaut und gesagt: Dann machen wir es doch einfach selbst. 

Christian: Wir haben Provectus nicht gegründet, weil wir eine fertige Produktidee oder einen konkreten Plan hatten. Für uns war klar: Wir kommen aus der IT, wir wollen Dienstleistungen erbringen und mit Technologie arbeiten. Aber der eigentliche Antrieb war kulturell. Wir wollten ein Umfeld schaffen, in dem Arbeit Spaß macht, in dem wir innovative Projekte mit guten Kunden und Partnern voranbringen und echten Mehrwert schaffen. 

 

 

Josef Lang in den Anfängen von Provectus

Josef vor 25 Jahren, zur Gründungszeit von Provectus.

Irgendwann brauchte das Kind einen Namen und wie so vieles in der frühen Provectus-Geschichte entstand auch dieser aus Ausprobieren, Übersetzungsversuchen und einer ordentlichen Portion Pragmatismus. Am Ende stand ein Name, der gut aussah, nach Zukunft klang und später noch für eine Überraschung sorgen sollte.  

 

Wie kamt ihr auf den Namen Provectus? 

 

Christian: Wir wollten einen Namen, der nach Zukunft klingt und den wir als Marke aufbauen können. Englisch war schwierig, weil gefühlt schon alles vergeben war. Also haben wir mit einem Online-Translator experimentiert. Aus „Advanced Technologies“ wurde irgendwann „Provectus Technologies“. Das klang gut und ließ sich aussprechen. 

Josef: Später haben wir von einem kirchlichen Kunden, der – im Gegensatz zu uns – natürlich fit in Latein ist, erfahren, dass „Provectus“ im Lateinischen eher im Kontext von  „im Alter fortgeschritten“ verwendet wird. Da war unser Glück, dass nicht allzu viele Menschen so gutes Latein können. 

Christian: Das erste Logo war übrigens auch eine Geschichte für sich. Ein Industriedesigner, den ich auf einer Party kennengelernt habe, hat uns für einen Kasten Augustiner ein Logo gebaut. Es sah ein bisschen aus wie eine Nierenschale, aber wir fanden es damals richtig gut. 

Josef: Diese Geschichten zeigen gut, wie unsere Anfangszeit war. Viel Improvisation, viel Kreativität, viel Biergarten. Es gibt sogar die Legende, dass unsere ersten Werte auf einem Bierdeckel standen. Den haben wir leider unterwegs verloren. 

 

 

erstes Logo Provectus

 

Das allererste Logo von Provectus. 

Name, Logo und erste Werte standen also. Was noch fehlte, war die klare Antwort auf die Frage: Womit verdient dieses neue Unternehmen eigentlich Geld? Die ersten Jahre waren geprägt von Experimenten, Lernkurven und der Suche nach dem eigenen Platz im Markt. 

 

 

Habt ihr damals eine Marktlücke gesehen, die euch zur Gründung getrieben hat? 

 

Christian: Nicht im klassischen Sinne. Wir haben am Anfang viel ausprobiert. Es war eine „Jugend forscht“-Phase. Wir dachten, wir könnten die Welt erobern, wussten aber noch nicht genau womit. IT-Beratung war klar, aber die konkrete Ausprägung hat sich entwickelt. Wir haben sogar über ERP-Systeme nachgedacht und schnell gemerkt: Das ist nicht unser Feld. 

Josef: Irgendwann haben wir uns auf hochspezialisierte Virtualisierungsdienstleistungen für Enterprise-Kunden fokussiert. Citrix war am Anfang eher Zufall, wurde dann aber immer wichtiger für uns. Die Münchner Rück war einer der ersten Kunden, bei dem wir in ein Citrix-Projekt eingestiegen sind. Daraus wurde mit der Zeit ein echter Schwerpunkt. 

Christian: Im Rückblick haben wir schon eine Lücke gefunden. Viele Dienstleister konnten Hardware verkaufen, aber wenige verstanden wirklich, welche Lösung Kunden wirklich brauchten. Wir wollten immer wissen: Was ist der Schmerz des Kunden? Was schafft echten Wert? Dieses Denken begleitet uns bis heute. 

 

Citrix und Virtualisierung haben euch lange geprägt. Warum habt ihr später die Strategie geändert? 

 

Josef: Hochspezialisierte Virtualisierungsdienstleistungen für Enterprise-Kunden haben lange sehr gut funktioniert. Aber 2017 und 2018 haben wir gemerkt: Der Markt verändert sich, der Wind wurde härter, neue Technologien kamen auf und wir mussten uns fragen, wie wir Provectus zukunftssicher aufstellen. 

Christian: Wir wollten weg vom reinen Technologiefokus und hin zum Lösungsfokus. Nicht nur Technologie erklären, sondern echte Business-Probleme lösen. Daraus entstanden Themen wie Modern Work, ein stärkerer Fokus auf den gehobenen Mittelstand, mehr Sales, mehr Marketing, mehr Kommunikation und eine klarere Customer Journey. 

 

Welche Werte waren euch damals wichtig und welche davon spürt ihr heute noch? 

 

Josef: Wir haben uns damals nicht hingesetzt und einen perfekten Werteprozess aufgesetzt. Wir haben eher gefühlt, mit welchen Menschen wir arbeiten wollen. Der Mensch musste passen, das Mindset musste passen. Fachliche Skills kann man lernen. Aber wir wollten immer wissen: Hat die Person Lust, etwas voranzubringen? Können wir mit ihr zusammenarbeiten? Passt die Energie? 

Christian: Ich glaube, dass sich an unseren Werten erstaunlich wenig verändert hat. Kultur war für uns immer wichtig.  

Werte zeigen sich nicht nur dann, wenn alles gut läuft. Wirklich sichtbar werden sie in Momenten, in denen Entscheidungen wehtun. Auch Provectus musste lernen, dass Haltung manchmal ihren Preis hat und gerade deshalb wichtig bleibt. 

 

Gab es schwere Zeiten, die euch besonders geprägt haben? 

 

Christian: Harte Zeiten gab es genug. Eine besonders prägende Situation war der Verlust eines großen Kunden. Damals machten wir einen erheblichen Teil unseres Geschäfts mit wenigen großen Kunden. Bei einem Kunden wechselte das Management, die Dienstleistung wurde neu ausgeschrieben und plötzlich war ein großer Teil unseres Geschäfts weg. 

Josef: Das war ein echter Einschnitt. Vor allem, weil wir entscheiden mussten: Gehen wir einen Weg mit, der wirtschaftlich vielleicht kurzfristig hilft, aber nicht zu unseren Werten passt? Oder bleiben wir konsequent? 

Christian: Wir haben uns dagegen entschieden, unsere Werte über Bord zu werfen. Das war nicht leicht. Das bedeutete schlaflose Nächte und harte Gespräche. Aber wir wussten: Wenn wir an dieser Stelle nachgeben, wird es später immer schwerer, wieder klar zu stehen. 

 

erste Webseite Provectus

Die erste Provectus Technologies-Webseite. 

Dass Provectus solche Phasen überstanden hat, lag nicht nur an Strategie oder Risikomanagement. Es lag auch an der besonderen Dynamik zwischen den beiden Gründern und ihrem Team 

 

Was schätzt ihr am jeweils anderen besonders? 

 

Josef: Christian hat Stärken an Stellen, an denen ich nicht so stark bin. Wir unterscheiden uns in vielen Punkten, aber genau das hilft. Einer hat eine Idee, der andere nimmt erst einmal die Gegenposition ein. Nicht, um etwas kaputtzureden, sondern um die Idee besser zu machen. Ich weiß, ich kann mit Christian über jeden noch so abwegigen Gedanken reden. Das ist ein sicherer Raum aus Vertrauen, Partnerschaft und Freundschaft, der die Möglichkeit für Experimente und Innovation schafft. 

Christian: Das kann ich nur bestätigen. Unsere Rollen wechseln oft. Mal kommt einer mit der kreativen, großen Idee, mal übernimmt der andere den strukturierten, bodenständigen Teil. Diese Diskussionen bringen uns weiter. Wir haben keine feste Methode dafür, aber nach 25 Jahren spielt sich vieles ein. 

In den vergangenen Jahren hat Provectus den nächsten großen Wandel eingeleitet: weg vom reinen Technologiefokus, hin zu Lösungen, Smart Work, Strategie und einem breiteren Kundenspektrum. Die Vision 2026 wurde zum Startpunkt einer neuen Phase.

 

Wie blickt ihr auf die nächste Etappe? 

 

Christian: Wir wollen uns vom Technologiepartner stärker zum Business Partner entwickeln. Früher ging es darum, Infrastruktur und Arbeitsplätze zu bauen. Heute geht es viel stärker darum, Geschäftsprozesse zu digitalisieren und Kunden ganzheitlich zu begleiten. 

Josef: Ich sehe viele Parallelen zwischen damals und heute. Mit KI steht wieder eine Technologie vor der Tür, bei der Euphorie und Unsicherheit eng beieinanderliegen. Genau solche Situationen kennen wir. Wir wissen, wie sich Technologien entwickeln, wie Kundenanforderungen reifen und wie wichtig es ist, sich auf den echten Mehrwert einer Technologie für den Kunden zu konzentrieren. 

Christian: Wir sehen KI als Chance. Nicht als etwas, das Menschen ersetzt, sondern als etwas, das Menschen unterstützen kann. Die Frage ist: Wofür nutzen wir diese Technologie? Wir müssen Lösungen bauen, die im Alltag helfen und echte Herausforderungen lösen. 

Josef: Wenn du wissen willst, wie die Zukunft aussieht, musst du sie gestalten. Ich glaube, Provectus hat alles, was es dafür braucht. Wir müssen die richtigen Entscheidungen treffen, uns klar positionieren und dann können wir mitgestalten, was KI für den Mittelstand, für Deutschland und für Europa bedeuten kann. 

 

Was würdet ihr dem jungen Christian und Josef aus der Gründerzeit heute sagen? 

 

Christian: Ich würde sagen: Lernt, schneller Entscheidungen zu treffen. Wir waren und sind ein konsensgetriebener Haufen. Wir diskutieren gern alles zu 100 Prozent aus. Heute würde ich sagen: 80 Prozent sind genugTriff eine Entscheidung und lauf los. 

Josef: Jungsüberlegt euch, wo ihr hin wollt! Es hat bei uns fast 20 Jahre gedauert, bis wir verstanden haben, wie wichtig ein klarer Nordstern, ein klarer Fokus, eine klare Kommunikation ist, wenn man im Team etwas Großes bewirken will. 

 

Wo steht Provectus in 25 Jahren? 

 

Christian: 25 Jahre sind ein weiter Horizont. Aber ich wünsche mir, dass Provectus einer der wichtigsten Smart-Work-Player im europäischen Umfeld ist. Das muss unser Ziel sein. Wir wollen selbstbestimmt unsere Zukunft gestalten und uns nicht ständig von anderen treiben lassen. 

Josef: Mein Lieblingswort dafür ist relevant. Ich möchte, dass Provectus relevant ist. Nicht nur groß, sondern wirksam. Für Kunden, für Mitarbeitende, für Partner und für Europa. 

Christian: Dafür brauchen wir inspirierende Ziele und gutes Risikomanagement. Eine Vision beschleunigt Entwicklung. Ich bin stolz auf das, was wir erreicht haben. Ich bin zufrieden. Aber ich glaube auch: Da geht noch mehr. 

Josef: Genau das beschreibt die Reise vielleicht ganz gut. Wir gehen weiter. Nicht, weil wir müssen. Sondern weil wir wollen. 

Die Reise, von der Christian und Josef sprechen, hat längst viele Mitreisende bekommen. Aus zwei Gründern sind mittlerweile rund 140 Mitarbeitende geworden und aus einer Idee im Biergarten ein Unternehmen, das heute deutlich breiter aufgestellt ist als noch 2001. Und trotzdem zieht sich derselbe Gedanke durch die Geschichte: Provectus will ein Ort sein, an dem Menschen gemeinsam gute Arbeit leisten und die Zukunft aktiv gestalten. 

 

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