Dezember 2022
Autor:in des Beitrags
Florian
Team Lead Digital Workplace – Virtualization
Veröffentlicht am
12.12.2022 von Florian
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Virtueller Client mit Microsoft Teams

Wir reden Klartext: Was geht wirklich?

Während der vergangenen pandemischen Jahre haben wir vor allem zwei zentrale IT-Trends beobachten können, Collaboration & Virtualization. Auch nachdem sich viele Mitarbeiter wieder ins Büro begeben, schreitet die Entwicklung in diesen Bereichen weiter voran.

Unternehmen bauen ihre Virtual Desktop Infrastructure (VDI) weiter aus, beziehungsweise implementieren diese neu oder strukturieren sie um, indem beispielsweise aus dem eigenen Rechenzentrum in Richtung der Cloud migriert wird.

Die Meeting-Kultur verlagert sich weiter ins Virtuelle. Gleichzeitig werden Funktionen wie z.B. das gemeinsame Erarbeiten von Inhalten in diesen Sitzungen immer wichtiger.

Zum Quasi-Standard hat sich hierbei mittlerweile Microsoft Teams entwickelt.

An uns als IT-Dienstleister wird als Aufgabenstellung deshalb verstärkt die Frage herangetragen, ob und wie es möglich ist, einen „full featured“-Teams-Client in persistenten (Änderungen des Anwenders werden übernommen), aber auch nicht persistenten (Änderungen des Anwenders werden verworfen) virtuellen Umgebungen bereitzustellen.

Hier klaffen Anspruch und Wirklichkeit gerade bei den „modernen“ Funktionen noch etwas auseinander. Aber es hat sich viel getan und deshalb verdient dieser ursprünglich im Sommer 2021 verfasste BLOG-Artikel nach mehr als einem Jahr dringend eine Aktualisierung. Vor allem, da selbst die aktuelle Microsoft Dokumentation zum Thema Teams und VDI Teams for Virtualized Desktop Infrastructure – Microsoft Teams | Microsoft Learn (noch) nicht den IST-Stand aller Neuerungen widerspiegelt.

MS Teams als Grenze der VDI?

Auch wenn die Software-Hersteller ihre Lösungen für die technische Herausforderung Echtzeitkommunikation in der VDI bereitzustellen und anpreisen, so existieren leider noch immer Unterschiede zwischen der Benutzererfahrung auf einem modernen Endgerät und innerhalb einer VDI, wenn es darum, geht mit Microsoft Teams oder anderen Konferenzlösungen zu arbeiten.

So können beispielweise Breakout-Rooms innerhalb von MS Teams generell verwendet werden, jedoch nur dann, wenn der Meeting-Organisator NICHT in einer VDI arbeitet.

Die hauptsächlichen Unterschiede zu einer lokalen Teams-Bereitstellung generieren sich dabei aus Einschränkungen, die in der virtuellen Teams-Bereitstellung selbst begründet sind.

Halten wir fest, dass Microsoft zwar die Teams-Installation z.B. auch in non-persistenten VDI-Szenarien als maschinenweite Installation supportet, gleichzeitig aber eine Liste von Funktionen veröffentlicht, die bei dieser Methode der Bereitstellung grundsätzlich nicht verfügbar sind.

Zudem stellt das Update der Teams-Version eine Herausforderung dar, da es ein Re-Imaging der gesamten virtuellen Disk erforderlich macht. Unabhängig von der favorisierten Umsetzung – ob Azure Virtual Desktop (AVD), VMware Horizon oder Citrix Virtual Desktop Verwendung findet – müssen die Anbieter mit den generellen Einschränkungen leben und in Zusammenarbeit mit Microsoft die User Experience und Funktionalität verbessern.

Darüber hinaus existieren nur geringe Unterschiede zwischen den drei Playern Microsoft, VMware und Citrix, u.a. in der Unterstützung unterschiedlicher Endgeräte-Plattformen sowie den Möglichkeiten der verwendeten Übertragungsprotokolle.

Zeigt Microsoft Teams nun der VDI Grenzen auf? Nur auf den ersten Blick. Denn oft sind es Herausforderungen, die gelöst werden können. Zum Beispiel können Performance-hungrige Aufgaben, wie das Video-Rendering, von der virtuellen Maschine auf den Client übertragen werden. Dafür bieten alle Hersteller Lösungen an, die sich nur im Detail unterscheiden. Die Skalierbarkeit einer VDI-Umgebung steigt dadurch deutlich.

Teams Features im Vergleich der VDI-Lösungen

Die wichtigsten Entwicklungen der letzten Monate

Wie zu erwarten haben Artikel über Microsoft Teams eher eine geringe Halbwertszeit, zum Glück, könnte man sagen, denn es ist ein Zeichen, wie wichtig Verbesserungen im Sinne der Benutzerfreundlichkeit hier von den Herstellern eingeordnet werden. Bei mittlerweile rund 270 Millionen aktiven Nutzern (Stand Sommer 2022) ist zwar nicht bekannt, wie groß die Zahl derer ist, die MS Teams in einer VDI verwenden, aber die Entwicklung seit dem ersten Erscheinen dieses Blog-Artikels wollen wir noch einmal im Einzelnen kurz vorstellen.

Dies ist insbesondere für Kunden relevant, die in Citrix-Infrastrukturen bisher nicht auf dem Current Release (CR 2209) arbeiteten sondern noch die „Langzeit-Version“ 1912 LTSR nutzen.

  • Seit Mai 2021 wird von Citrix bei aktuellen Versionen auf die Unterstützung des 7×7 Meeting Tableaus hingewiesen.

Large Gallery View 7×7 and Together Mode are now supported. Please sign out and sign back into Teams, no CWA nor VDA upgrade required. [Please note that Gallery and Large Gallery are very different. The former is a 2×2 layout where the endpoint decodes 4 individual video streams, with maximum quality 360p. The latter is a 7×7 layout (i.e. up to 49 participants) where the endpoint decodes a single composite video feed created by the Conference Server, with maximum quality 720p)

  • Mit der Citrix Virtual Apps und Desktop Version 2109 kamen die folgenden Funktionen hinzu:
  • Im Monat Mai 2022 kam es weiter zur „General Availability“ eines Teams-Feature, das von Anwendern, die in einer Citrix VDI-Umgebung arbeiten, sehnlichst erwartet wurde: „Give Take Control for Citrix on Virtual Desktop Infrastructure“.
    Damit war es nun auch in der VDI möglich, einem anderen Meeting-Teilnehmer die Kontrolle über eine freigegebene App zu übergeben bzw. diese anzufordern. Citrix unterstützt dieses Feature ab den Workspace App Versionen CWA 2112.1 für Windows und CWA 2203 für MAC.
  • Ebenfalls im Mai 2022 kam es zur Bereitstellung der gleichen Funktionalitäten für VMware: Give Take Control / Support of Live Caption / Multi Window Support.
  • Für Citrix- und VMware Horizon Administratoren war es dann besonders relevant, dass im September 2022 die Unterstützung für wechselnde Hintergründe „live“ ging. (Microsoft-Kunden hatten dieses Feature bereits zuvor in der Azure-Virtual-Desktop-Umgebung nutzen können). Seitdem kann man Teams-Nutzer in der VDI nicht mehr auf den ersten Blick daran erkennen, dass sie ohne angepassten Background zu sehen sind.
  • Ebenfalls im September 2022 kam noch der Teams HID Support für VMware hinzu.

Fazit

Auch wenn die Erwartungshaltung aufgrund diverser Ankündigungen groß ist, muss man in der Praxis aktuell auf virtuellen Desktops noch mit Einschränkungen in der Teams-Funktionalität rechnen. Wenn auch mit weitaus Geringeren als vor einem Jahr.

Diese Einschränkungen (z.B. bei der Nutzung von Breakout-Rooms) ergeben sich, weil Microsoft in der virtuellen Welt bisher nicht alle Features freigegeben hat.

Doch nicht nur wegen der vermehrten Nutzung der Kombination aus VDI und Microsoft Teams und den Kundenanforderungen, die hier als Verstärker dienen, wird sich daran aller Voraussicht nach zukünftig noch etwas ändern.

Auch werden regelmäßig Teams-Updates geliefert, weshalb sich die unterstützte Feature-Basis noch erweitern wird. Aktuell sind jedoch keine angekündigten Funktionsergänzungen für die VDI in der Entwicklung.

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